Sylvia Plath

*beinhaltet Themen wie mentale Gesundheit und Suizid

Man könnte fast meinen ich hätte eine Art Vorliebe für ich sag mal psychisch etwas angeknackste AutorInnen oder Künstler, wobei das bei einigen noch eine leichte Untertreibung ist.

Ich rede von Izumi Suzuki, Baek Sehee
Kafka, VanGogh (mein Lieblingskünstler und zwar bevor der irgendwie Mainstream wurde, ich sag ja nur) und nun also Sylvia Plath.
Eine weitere Person, von der ich denke, dass sie womöglich zur falschen Zeit geboren wurde und der mehr persönliche Freiheit und weniger einengende gesellschaftliche Gepflogenheiten besser getan hätte.


Ich lese gerade Die Glasglocke, ihr einziger Roman , Der Koloss, eine Sammlung von Gedichten in der Englischen und Deutschen Ausgabe, was ich immer ganz gut finde, sowie The Unabridged Journals.


In Die Glasglocke folgen wir Esther, die neu in New York ist und ein Volontariat bei einer Modezeitschrift ergatterte und beobachten sie dabei, wie sie versucht, den Anforderungen gerecht zu werden aber auch mehr und mehr die Kontrolle verliert da sie an einer schweren Depression erkrankt.

Es ist ein Roman mit autobiografischen Zügen, ein Konzept, das mich schon bei Izumi Suzukis Set my Heart on Fire dezent verwirrt weil man sich die ganze Zeit fragt, ist das nun wirklich passiert oder das oder das oder nicht?
Wenn man das aber mal ausblenden kann, sind beide Bücher sehr interessant und sowieso von hoher Qualität.

Bei Esther nun frage ich mich allerdings, ob sie mir noch sympathisch wird, bisher fand ich ihren Charakter nicht so angenehm. 
Sie wirkt einfach falsch und etwas eingebildet. Wie sie über ihre Kolleginnen Doreen und Betsy denkt aber freundlich tut, wie sie über Dinge lügt, anstatt ehrlich ihre Meinung zu sagen oder zuzugeben, wie es wirklich war, wie sie sich irgendwie hier und da durchmogelt obwohl sie sehr intelligent scheint. Man könnte es als Cleverness auslegen, ich finde es eher unsympathisch.
Die Glasglocke ist eigentlich eine Kritik an der Gesellschaft, 1950 wirkt einengend und verstaubt, was die Rollen, die Frauen zustanden oder gewährt wurde, betrifft. Es beinhaltet auch leicht queere Themen, beschreibt offen einen homosexuellen Charakter, was ungewöhnlich für die damalige Zeit war.
Es wird als 'gnadenlos ehrlich' beschrieben, vielleicht bezieht sich das auch auf Esther, die eher wie eine Art Anti-Heldin rüberkommt, mal schauen, ob ich mich da noch reinfinde. Bin gerade noch relativ am Anfang.

Beim Gedichtband muss ich mich auch erst reinlesen, Gedichte sind nicht vorrangig 'meins'. Ich kenne mich da auch nicht so aus was Gedichtformen mit festen Regeln betrifft, Stilmittel kenne ich dagegen schon.
Aber ich frage mich halt, was erzählt sie, was ist der Inhalt der Gedichte (was wohl irgendwie Sinn eines Gedichts ist?) Vielleicht liegt der Sinn auch darin, was man selbst darin liest oder in einem anstößt.


'What I want back is what I was 
Before the bed, before the knife
Before the brooch-pin and the salve 
Fixed me in this parenthesis; Horses fluent in the wind
A place, a time gone out of mind.' (The Eye-Mote, The Colossus)

Ich glaube, The Unabridged Journals, ihre unzensierten Tagebücher, aus dem Zeitraum 1950 bis 1962, sprechen mich bisher am meisten an, zumindest auf den ersten Blick. Einiges kommt mir so bekannt vor, das ist immer ein besonderes Gefühl, sich in jemanden wiederzufinden, zumindest teilweise. 
Sie beinhalten ihre Entwicklung von der Collegestudentin bis hin zur ihren ersten Erfolgen, dem Schreibprozess, ihre mentalen Probleme und ihre Ehe.


'There are times when a feeling of expectancy comes to me, as if something is there, beneath the surface of my understanding, waiting for me to grasp it. It is the same tantalizing sensation when you almost remember a name, but don’t quite reach it.
 ...
...
Almost, I think, the unreasoning, bestial purity was best. Oh, something is there, waiting for me. Perhaps someday the revelation will burst in upon me and I will see the other side of this monumental grotesque joke. And then I’ll laugh. And then I’ll know what life is.' (The Unabridged Journals)


Sylvia Plath beging am 11. Februar 1963 im Alter von 30 Jahren Suizid, sie hinterließ zwei kleine Kinder.
Wenn ich es mal zeitlich einordnen soll, das war ganze 6 Jahre vor der ersten Mondlandung oder dem Woodstock-Festival, 9 Jahre, bevor Jim Morrison von The Doors starb, ganze 14 Jahre, bevor der erste Star Wars Film in die Kinos kam (und 16 vor dem ersten Alien Film oder dem ersten Walkman, der 1979 in Japan eingeführt wurde, 1980 in den USA).
Ich weiß nicht, irgendwie macht das was mit mir und Sylvia Plath in den 70ern oder 80ern (oder 90ern!) wäre eine ganz andere Nummer, vor allem für sie persönlich. Aber, es ist wohl müßig über soetwas zu sinnieren.

Auch die Lebensgeschichte ihrer Kinder ist teilweise tragisch, ihr Sohn Nicholas beging im Alter von 47 Jahren ebenfalls Suizid.
Die Geschichte ihrer Stiefmutter, der neuen Lebensgefährtin ihres Vaters und deren gemeinsamen Kind ist auch äußerst wild und traurig.


Kennt ihr ihre Werke? 
Wäre das was für euch?

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