Kafka und ich
Meine Liebe zu Franz Kafka begann, als mir seine Anti-Liebeserklärung und nicht-Heiratsantrag an Felice in die Hände fiel. Diese leidenschaftliche Selbstgeißelung und unbedingte Wille, sich selbst zu sabotieren fand ich faszinierend, lustig und tragisch zugleich.
Felice muss beim Lesen der Zeilen eine Art 1914er (circa) Version von What the actual fuck?! gedacht haben und nun ja, letztendlich kam sie seinem Wunsch nach und hat Franz nicht geheiratet. Ihre Aussprache kam Kafka nach einem Prozess gleich aber wer kann es ihr verdenken.
Es gibt so Menschen, und er gehört dazu, bei denen bin ich überzeugt davon, dass sie zur falschen Zeit geboren wurden.
Diese steife, verstaubte Zeit war sicher für viele unangenehm aber nun speziell Franz Kafka hätte etwas Lockerheit gut getan.
Er war nun ganz und gar nicht nicht umtriebig, auch nicht, was Frauen betraf, doch kommt es mir so vor als hätte ihm so mindestens 70-90 Jahre später geboren worden zu sein, besser getan (er wurde 1883 geboren).
Ich kann ihn mir zwar auch schwer mit Schlaghose und Blumenhemd oder Plateausohlen vorstellen oder mit Vokuhila und Jeansjacke mit Aufnähern aber dennoch wäre alles nach dem Zweiten Weltkrieg besser gewesen. Er hat den Zweiten Weltkrieg– man könnte fast sagen– zum Glück nicht mehr erlebt, das Schicksal seiner drei Schwestern, vermutlich im KZ umgekommen, ist unklar.
Also vielleicht wäre in den Sechzigern (noch ähnlich verstaubt aber anders) oder Achtzigern aufzuwachsen, bzw. vielleicht Jugendlich zu sein, eher seine Kragenweite gewesen. Möglicherweise wäre er ein Anhänger der Grunge-Szene, Nirvana-Fan, zumindest wäre er ein Emo gewesen, wenn nicht äußerlich dann aber bestimmt gefühlsmäßig. Kafka mit Snakebites, ich brech weg.
Vielleicht kam sein tiefsitzender Selbstzweifel auch ohne jede Schuld und Einfluss von außen zustande und er war einfach so.
Manchmal, gerade beim oben erwähnten Anti-Heiratsantrag, frage ich mich, ob er aus Zweifeln und tiefgreifenden Gedankengänge heraus schrieb oder ob ihm dermaßen der Schalk im Nacken saß, dass er nichts– und am wenigsten sich selbst– ernst nahm.
Wobei er in seinem Job bei einer Versicherung schon sehr gewissenhaft gewesen sein soll aber es ist damals wie heute doch absurd zu glauben, der größte feuchte Traum junger Leute ist, sich mit Leib und Seele in die Ausbildung bei einer Versicherung oder Bank oder so etwas zu werfen.
Diese Fragen.
Warum arbeitet man denn, weil man es cool findet sich Essen und Kleidung kaufen zu können und nicht auf einer Parkbank pennen zu müssen.
Bonus: die Arbeitsstätte wäre zur Not auch locker mit dem Fahrrad erreichbar. Punkt.
Dieses Theater à la Schon meine Großeltern hatten ein Konto bei ihrem Geldinstitut und es war schon als kleiner Junge meine liebste Beschäftigung, meine Familie bei Monopoly abzuziehen.
Es war schon immer mein Traum 9 Stunden pro Tag kein Tageslicht zu sehen und in einem riesigen Elektronikmarkt Kaffeemaschinen oder Drucker anzupreisen.
Ich liebe Kurzarmhemden. Und Krawatten mit Zickzackmuster.
Es war mir seit jeher ein Anliegen, den Rest meiner verkümmerten Seele ihrer Versicherung zu opfern und Leuten Ablehnungsbescheide zu schicken und tagein-tagaus in einem Großraumbüro unter Neonlicht langsam und mit getrübtem Bewusstsein dahinzuvegetieren.
Ich liebe Meetings die sich bis in die Unendlichkeit ausdehnen und nichts sinnvolles zutage fördern außer das André-Uwe sich mit Kaffee bekleckert, wie in einfach je-dem verdammten Meeting. Sabine hat wirklich immer Lippenstift an den Kaffeeverfärbten Zähnen und ständig klebt irgendwo an ihrem Körper ein Post-it.
Das wäre wohl die Definition der Hölle frei nach Sartre, zumindest für mich und Kafka war zwar engagiert und wurde mehrfach befördert aber er fragte sich auch, was er da tat und warum er dafür Geld bekam.
Die andere Arbeit, um es mal salopp zu formulieren, allerlei Nippes und Schnicknack (Accessoires, Parfümflakons, Tücher, Schals, soetwas)
zu verkaufen, finde ich für ihn schon interessanter.
Es kann fürs Schreiben doch nur hilfreich sein, allerlei verschiedene Menschen zu beobachten und mit ihnen ins Gespräch zu kommen– und nebenbei eine silberne Frosch-Brosche aufzuschwatzen oder einen Tischtuchartigen Schal in lila Paisleymuster.
Kafka bei Bijou Brigitte, eine eigenartige Vorstellung. Er war tatsächlich eher Großhändler für Galanteriewaren (die Firma seines Vaters) aber die Vorstellung wie er Armbänder an die Frau bringt ist irgendwie lustig.
Aber seine Überlegungen ob eine Ehe dem Schreiben im Weg stehen könnte, kann ich durchaus verstehen.
("Eine Ehe könnte ich nicht ertragen. Sie würde mich von dem trennen,was mein einziges Leben ist." 21/22.08.1913)
Der Prozess des Schreibens umfasst ja nicht nur das bloße runterrattern irgendwelcher Ideen oder Gedanken, es muss ja erstmal überhaupt überlegt werden, nachgedacht, recherchiert, abgewägt, und was sonst noch alles.
Und wenn ein ganzes Buch ansteht, mit verschiedenen Charakteren, Handlung und so weiter, braucht es schon enorm viel Engagement.
Vielleicht können manche AutorInnen im Entstehungsprozess da rein und raus wie ihnen beliebt und sich auf etwas anderes konzentrieren oder anderen Beschäftigungen nachgehen.
Ich kann aber gut nachvollziehen, warum Kafka das anscheinend nicht konnte, Sorge hatte, einem von beiden– Ehe oder Schreiben– nicht gerecht werden zu können, bzw. dass sein Schreiben ihn zu sehr beanspruchen könnte oder unter der Ehe und ihren Verpflichtungen zu sehr leiden könnte. Es hing nicht nur sein Schreiben daran, sondern seine ganze Existenz, die er bedroht sah, als würde die Ehe allein ihn auf der Stelle töten.
Es ist eigentlich recht umsichtig von ihm, die Frau bzw. Frauen, nicht als nettes Beiwerk, als selbstverständlich zu betrachten und sich in seine Arbeit zu graben und ihnen keine Aufmerksamkeit mehr zu schenken.
Und wenn ein ganzes Buch ansteht, mit verschiedenen Charakteren, Handlung und so weiter, braucht es schon enorm viel Engagement.
Vielleicht können manche AutorInnen im Entstehungsprozess da rein und raus wie ihnen beliebt und sich auf etwas anderes konzentrieren oder anderen Beschäftigungen nachgehen.
Ich kann aber gut nachvollziehen, warum Kafka das anscheinend nicht konnte, Sorge hatte, einem von beiden– Ehe oder Schreiben– nicht gerecht werden zu können, bzw. dass sein Schreiben ihn zu sehr beanspruchen könnte oder unter der Ehe und ihren Verpflichtungen zu sehr leiden könnte. Es hing nicht nur sein Schreiben daran, sondern seine ganze Existenz, die er bedroht sah, als würde die Ehe allein ihn auf der Stelle töten.
Es ist eigentlich recht umsichtig von ihm, die Frau bzw. Frauen, nicht als nettes Beiwerk, als selbstverständlich zu betrachten und sich in seine Arbeit zu graben und ihnen keine Aufmerksamkeit mehr zu schenken.
(„Du würdest einen gesunden, fröhlichen, freien Menschen verlieren
und einen kranken, schwachen, ungeselligen, schweigsamen, traurigen bekommen.“)
Das war mit Sicherheit nicht ungewöhnlich für diese Zeit, das zu tun aber ich finde es auch erstaunlich und erfreulich, dass Felice eine durchaus emanzipierte Frau war und nicht bereit, Kafka da irgendwie nach dem Mund zu reden oder das hinzunehmen.
Eher nach dem Motto: tja nun, dann halt nicht. Wenn meine Liebe dich killt, dich in Stücke reißt, dann, arrivederci.
Sein Versuch, sich so schlecht wie möglich zu machen und welch ein Grauen es wäre, für ihn aber auch für sie, ist grotesk.
"Mein Verhältnis zum Schreiben und mein Verhältnis zu den Menschen ist unwandelbar und in meinem Wesen und in meinem Wesen, nicht in den zeitweiligen Verhältnissen begründet. Ich brauche zu meinem Schreiben Abgeschiedenheit, nicht 'wie ein Einsiedler', das wäre nicht genug, sondern wie ein Toter. Schreiben in diesem Sinne ist ein tieferer Schlaf, also Tod, und so wie man einen Toten nicht aus seinem Grabe ziehen wird und kann, so auch mich nicht vom Schreibtisch in der Nacht." (26.06.1913)
und einen kranken, schwachen, ungeselligen, schweigsamen, traurigen bekommen.“)
Das war mit Sicherheit nicht ungewöhnlich für diese Zeit, das zu tun aber ich finde es auch erstaunlich und erfreulich, dass Felice eine durchaus emanzipierte Frau war und nicht bereit, Kafka da irgendwie nach dem Mund zu reden oder das hinzunehmen.
Eher nach dem Motto: tja nun, dann halt nicht. Wenn meine Liebe dich killt, dich in Stücke reißt, dann, arrivederci.
Sein Versuch, sich so schlecht wie möglich zu machen und welch ein Grauen es wäre, für ihn aber auch für sie, ist grotesk.
"Mein Verhältnis zum Schreiben und mein Verhältnis zu den Menschen ist unwandelbar und in meinem Wesen und in meinem Wesen, nicht in den zeitweiligen Verhältnissen begründet. Ich brauche zu meinem Schreiben Abgeschiedenheit, nicht 'wie ein Einsiedler', das wäre nicht genug, sondern wie ein Toter. Schreiben in diesem Sinne ist ein tieferer Schlaf, also Tod, und so wie man einen Toten nicht aus seinem Grabe ziehen wird und kann, so auch mich nicht vom Schreibtisch in der Nacht." (26.06.1913)
"Was Du jetzt zu meinem Schreiben sagst, kommt nicht so sehr in Betracht, Du wirst, wenn wir zusammen sein sollten, bald einsehn, daß, wenn Du mein Schreiben mit oder wider Willen nicht lieben wirst, Du überhaupt nichts haben wirst, woran Du Dich halten könntest. Du wirst dann schrecklich einsam sein, Felice, Du wirst nicht merken, wie ich Dich liebe und ich werde Dir kaum zeigen können, wie ich Dich liebe, trotzdem ich Dir dann vielleicht ganz besonders angehören werde, heute wie immer."
(21.06.1913)
(21.06.1913)
Auch die enthusiastischen Briefwechsel, ob mit Felice oder Milena ("Ich kann dir irgendwie nichts mehr schreiben, als das was uns, uns im Gedränge der Welt, nur uns betrifft. Alles Fremde ist fremd. Unrecht! Unrecht! Aber die Lippen lallen und das Gesicht liegt in deinem Schoß.", Juli 1920) ("Wie kam man nur auf den Gedanken das Menschen durch Briefe miteinander verkehren können!", März 1922) anstelle echter Treffen, ist so Kafka, so widersprüchlich, ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll. Er war durchaus leidenschaftlich in seinen Briefen aber bei den raren echten Treffen wurde sich eher angeschwiegen, was einen seltsamen und verwirrenden Kontrast ergeben haben musste.
Das könnte auch ich sein, ich bin durchaus in der Lage, eine Schein-Beziehung aufzubauen und endlosem E-Mail-Verkehr zu frönen aber mich im echten Leben kennenzulernen ist mindestens so schwer, wie den heiligen Gral zu finden.
Diese alles zerstörende Sorge, eine einzige Enttäuschung zu sein und seinem selbst erschaffenen E-Mail Alter Ego nicht im mindesten das Wasser reichen zu können, durch unangebrachte Witze und einem RBF unangenehm aufzufallen, zu wissen, sozial irgendwie unterentwickelt und anders zu sein, veranlasst mich dazu, Leute abzuwehren um ihnen die Enttäuschung und mir die Scham zu ersparen, eine Art Frankenstein zu sein, zumindest was das Miteinander betrifft.
Das ist wirklich erstaunlich. Du siehst aus wie ein ganz normaler Mensch aber tatsächlich bist du ein Engel des Todes – um mal Sally aus Harry und Sally zu zitieren, da Harry eine pessimistische und zynische (aber auch irgendwie unterhaltsame) Sicht auf das Leben, die Liebe und Älterwerden hat.
Ich frage mich, was Kafka dazu gesagt hätte.
Hätte er darüber gelacht? Welche Musik hätte er gehört? Vielleicht Klassik.
Vielleicht wäre er völlig überraschend ein riesen Muse Fan.
Hätte er sich die erste Strophe von Supermassive Black Hole tätowieren lassen?
Baby, don't you know I suffer?
Baby, can you hear me moan?
You caught me under false pretenses
How long before you let me go?
Oder vielleicht von Uprising:
Baby, can you hear me moan?
You caught me under false pretenses
How long before you let me go?
Oder vielleicht von Uprising:
Another promise, another scene
Another packaged lie to keep us trapped in greed
And all the green belts wrapped around our minds
And endless red tape to keep the truth confined
(So come on)
Wäre er überhaupt tätowiert? Vielleicht wäre er auch der Typ, der sich seine eigenen Zitate auf der Haut verewigen lässt.
„Auch ist es vielleicht nicht eigentlich Liebe, wenn ich sage, dass Du mir das Liebste bist; Liebe ist, dass Du mir das Messer bist, mit dem ich in mir wühle.“ (Briefe an Milena, 1920)
"Es gibt Zeiten, da bin ich überzeugt, dass ich für keine menschliche Beziehung geeignet bin."
"Ein erstes Zeichen beginnender Erkenntnis ist der Wunsch zu sterben." (Zürauer Aphorismen)
Aber das glaube ich eigentlich nicht.
Er wollte nicht, dass nach seinem Tode seine unveröffentlichten Manuskripte an die Öffentlichkeit gelangen, seine Werke betrachtete er höchst selbstkritisch und Max Brod ignorierte Kafkas Wunsch, ob wirklich ernst gemeint oder seinem Perfektionismus geschuldeten Zweifel, seine Werke zu verbrennen. Eitel war er sicher nicht, nicht, was seine Werke betraf.
Gut für uns, wobei ich da immer zwiegespalten bin.
Ich bin ein Fan von Prince und war äußerst betrübt, als er 2016 starb.
Wow, schon 10 Jahre her.
Und er hat nun wirklich eine Fülle an großartigen Werken hinterlassen.
In seinem Anwesen, Paisley Park, lagerten unzählige unfertige und unveröffentlichte Songs, Prince hat die nicht grundlos dort verwahrt, er war noch nicht zufrieden damit, nicht fertig oder hat sie schlicht verworfen.
Es stößt mir schon sauer auf, dass immer neue Sachen herausgebracht werden.
Klar, es ist seine Musik aber sein Wille war es sicher nicht, die zu veröffentlichen.
Irgendwie habe ich ein Problem damit.
Ich feiere jede Erinnerung an sein Werk– Purple Rain ist wohl der Film, den ich wählen würde, dürfte ich ab jetzt nur noch einen einzigen Film bis an mein Lebensende schauen – bringt von mir aus die zwanzigste Compilation seiner größten Hits oder B-Seiten heraus. Oder Jubiläumsausgaben.
Aber neue Songs? Das ist weird.
Another packaged lie to keep us trapped in greed
And all the green belts wrapped around our minds
And endless red tape to keep the truth confined
(So come on)
Wäre er überhaupt tätowiert? Vielleicht wäre er auch der Typ, der sich seine eigenen Zitate auf der Haut verewigen lässt.
„Auch ist es vielleicht nicht eigentlich Liebe, wenn ich sage, dass Du mir das Liebste bist; Liebe ist, dass Du mir das Messer bist, mit dem ich in mir wühle.“ (Briefe an Milena, 1920)
"Es gibt Zeiten, da bin ich überzeugt, dass ich für keine menschliche Beziehung geeignet bin."
"Ein erstes Zeichen beginnender Erkenntnis ist der Wunsch zu sterben." (Zürauer Aphorismen)
Aber das glaube ich eigentlich nicht.
Er wollte nicht, dass nach seinem Tode seine unveröffentlichten Manuskripte an die Öffentlichkeit gelangen, seine Werke betrachtete er höchst selbstkritisch und Max Brod ignorierte Kafkas Wunsch, ob wirklich ernst gemeint oder seinem Perfektionismus geschuldeten Zweifel, seine Werke zu verbrennen. Eitel war er sicher nicht, nicht, was seine Werke betraf.
Gut für uns, wobei ich da immer zwiegespalten bin.
Ich bin ein Fan von Prince und war äußerst betrübt, als er 2016 starb.
Wow, schon 10 Jahre her.
Und er hat nun wirklich eine Fülle an großartigen Werken hinterlassen.
In seinem Anwesen, Paisley Park, lagerten unzählige unfertige und unveröffentlichte Songs, Prince hat die nicht grundlos dort verwahrt, er war noch nicht zufrieden damit, nicht fertig oder hat sie schlicht verworfen.
Es stößt mir schon sauer auf, dass immer neue Sachen herausgebracht werden.
Klar, es ist seine Musik aber sein Wille war es sicher nicht, die zu veröffentlichen.
Irgendwie habe ich ein Problem damit.
Ich feiere jede Erinnerung an sein Werk– Purple Rain ist wohl der Film, den ich wählen würde, dürfte ich ab jetzt nur noch einen einzigen Film bis an mein Lebensende schauen – bringt von mir aus die zwanzigste Compilation seiner größten Hits oder B-Seiten heraus. Oder Jubiläumsausgaben.
Aber neue Songs? Das ist weird.
Ich bin überzeugt davon, Kafka würde She's always in my hair als den besten Song aller Zeiten küren, so wie ich. God ist eine spirituelle Erfahrung und If I was your Girlfriend ist der zweitbeste Prince-Song, Kafkas Wesen entspräche aber wohl eher Sometimes it snows in April, na ja, ein richtiges Ranking ist schwierig, I beg your pardon.
Was Kafka betrifft bin ich natürlich froh, dass nichts verbrannt wurde, auch wenn es äußerst komisch wäre, wenn ich mir vorstelle, jemand würde meine Ergüsse aus den unzähligen Mails veröffentlichen– was dann bitte auch erst nach meinem Ableben passiert.
Vielleicht ist es äußerst vermessen von mir, mich auf so sonderbare Weise mit Kafka verbunden zu fühlen weil ich vieles nachvollziehen kann, mich hier und dort in ihm wiederfinde.
Ich hätte ihm etwas mehr Glück gewünscht und ein langes, erfülltes Leben.
Mein Angebot bleibt bestehen.
Ich hätte ihn auf ein Eis eingeladen und es wäre okay, uns dabei anzuschweigen.
Ihn beim Denken zu beobachten wäre schon genug.-S.
Was Kafka betrifft bin ich natürlich froh, dass nichts verbrannt wurde, auch wenn es äußerst komisch wäre, wenn ich mir vorstelle, jemand würde meine Ergüsse aus den unzähligen Mails veröffentlichen– was dann bitte auch erst nach meinem Ableben passiert.
Vielleicht ist es äußerst vermessen von mir, mich auf so sonderbare Weise mit Kafka verbunden zu fühlen weil ich vieles nachvollziehen kann, mich hier und dort in ihm wiederfinde.
Ich hätte ihm etwas mehr Glück gewünscht und ein langes, erfülltes Leben.
Mein Angebot bleibt bestehen.
Ich hätte ihn auf ein Eis eingeladen und es wäre okay, uns dabei anzuschweigen.
Ihn beim Denken zu beobachten wäre schon genug.-S.
Schönen guten Morgen!
AntwortenLöschenDu hast das ganze sehr erfrischend geschrieben, wie immer :) Denn ich habe alles gelesen, obwohl ich so gar keine Verbindung mit Kafka habe - aber schon etwas neugierig bin. Vor allem durch meine Tochter, weil sie etwas von ihm gelesen hatte und ihn auch öfter erwähnt hat, als wir vor ein paar Jahren in Prag waren.
Er klingt auf jeden Fall nach einem interessanten Menschen und vielleicht trifft es sich ja doch mal, dass ich etwas von ihm lese - ich würde es schon gerne mal ausprobieren.
"Vermessen" - nö :) Warum solltest du dich nicht mit einem Menschen verbunden fühlen. Auch wenn du ihn nur aus "Briefen oder Büchern" kennst? Ich fühle mich z. B. sehr mit Andreas Eschbach verbunden. Ich hab eine Menge von ihm gelesen und zwischen den Zeilen gelesen - ob es stimmt oder nicht sei natürlich dahingestellt - aber tief in mir drin bin ich sicher, viele Einstellungen von ihm zu erkennen und sie liegen mit meinen auf einer Wellenlänge.
Ebenso verbunden fühle ich mich mit Albert Einstein. Und ich kann dir nicht sagen warum ^^ Das war schon als Kind so, als ich von ihm hört, immer nur mal einen Satz oder kleine Fetzen über sein Leben, aber seit damals hab ich einen Bezug zu ihm :)
Jeder Mensch ist genug. Niemand muss sich besonders zeigen oder irgendwelche Ansprüche befriedigen. Schade dass wir das von Kindheit an aberzogen bekommen. Wir alle geben jeden Tag unser bestes und das ist mehr als genug ;)
Liebste Grüße, Aleshanee
Hallo Aleshanee,
LöschenDanke, freut mich dass dir der Text gefällt:)
Stimmt schon, warum sollte man sich auch nicht verbunden fühlen.
Sagt ja niemand, dass das, was man zu erkennen glaubt auch tatsächlich stimmt und selbst wenn nicht, nun, zumindest bei Kafka und Einstein werden sie es nicht mehr widerlegen können.
Das eigene Gefühl ist da und das kann einem keiner absprechen.
Das finde ich irgendwie witzig mit Einstein, wie kam das zustande? Durch seine Biografie oder eher seine Aura– durch Bilder, Zitate, Intelligenz, sowas?
Manchmal kann man es auch schwer erklären, manchmal ist es einfach so.
Ich kann schon irgendwo verstehen warum das mit manchen SchriftstellerInnen so ist, ich kenne eine, bei der ist es Fitzek.
Vielleicht ist es ähnlich wie bei Musikern und ihren Texten, da noch mehr von ihnen in ihren Texten zu finden ist, zumindest meistens. Gibt ja durchaus bei einigen auch noch die Bühnen/Öffentliche Person und dann die echte, private.
Da feiert man vielleicht auch eine Illusion.
Ach, ist schon interessant, fast wert, da einen eigenen Text drüber zu schreiben und das aufzudröseln.
Danke für deinen Kommentar!
Und liebe Grüße:)
Ich weiß es ehrlich gesagt nicht so genau - ich fand als Kind schon alleine das Bild mit seinen wirren Haaren so toll und er hat einen Tag vor mir Geburtstag. Das klingt jetzt noch nicht wirklich sinnvoll *lach* Aber ich hab immer wieder Zitate von ihm gelesen und seine Theorien in der Physik haben mich dann später auch sehr angesprochen. Erklären kann ich es nicht wirklich, es ist einfach da :)
LöschenBei Musikern hab ich witzigerweise gar keinen Bezug zur Person. Es gibt Lieder die mich sehr ansprechen und berühren, aber zu den Personen hab ich deswegen keinen Draht. Dafür hab ich leider auch keine Erklärung ;)
Bei Büchern taucht man viel tiefer ein, ich finde dass Autoren sehr viel preis geben beim schreiben: welches Thema wählen sie, wie zeichnen sie die Figuren, was sagt das Buch aus, was klingt zwischen den Zeilen mit, ich persönlich spüre da oft sehr viel.
Dann gibt es auch Bücher da spüre ich gar nichts - das sagt für mich dann auch eine Menge aus :D
Danke für diesen tollen und ideenreichen Beitrag. Ich lese/höre gerne Kafka, und nach deinem Beitrag will ich unbedingt nach Prag, um mehr über Kafka zu erfahren.
AntwortenLöschenHey,
LöschenDanke für deinen Kommentar, freut mich dass dir der Text gefällt.
Oh, das habe ich auch noch nicht getan, nach Prag um auf seinen Spuren zu wandeln.
Aber ich habe sein Geburtshaus auf Maps ausfindig gemacht und als Bild ausgeddruckt– glaube, das gibts aber auch irgendwo zu kaufen.
Liebe Grüße:)