Still Beating
Still Beating- Jennifer Hartmann
Dark Thriller Romance, englische Ausgabe
Ich habe das Buch bei Tanja von Der Duft von Büchern und Kaffee unter 'Neuerscheinungen im Juli' entdeckt und war direkt neugierig auf die Story.
Und jetzt weiß ich gar nicht, was ich dazu sagen soll.
Was zum Teufel habe ich da gelesen? (Und das obwohl ich gerade You First beendet habe)
Ich glaube aber, am Anfang stand etwas über den expliziten Inhalt.
Vorweg mal: Ganz im Ernst, wer irgendwas an der Situation im Keller, irgendwas was zwischen den beiden dort geschieht als 'spicy' empfindet, sollte dringend zum Arzt.
Aber von Anfang an.
Cora befindet sich auf der Geburtstagsfeier ihrer Schwester in einer abgelegenen Bar.
Sie schlägt eine Mitfahrgelegenheit aus und ist irgendwann aufgeschmissen, als sie feststellt, dass ihre Handtasche verschwunden ist.
Sie ruft Dean, den Verlobten ihrer Schwester an, mit dem sie ein merkwürdiges Verhältnis pflegt.
Die beiden spielen sich seit sie sich kennen Streiche, sie scheinen eine leidenschaftliche Abneigung füreinander zu hegen. Einem ist als Leser durchaus klar, dass da mehr dahinterstecken muss oder könnte, dass da nicht nur bloße Abneigung ist. Es liest sich teilweise als wären sie noch Teenager, sind aber knapp 30 Jahre alt.
Die Streiche, die im Laufe der Geschichte im Rückblick erzählt werden, sind durchaus witzig und man bekommt einen Einblick in die Geschichte von Corabelle ('nenn mich nicht so'), ihrer Schwester Mandy und ihrem Verlobten, Dean Asher.
Doch zunächst gehen Dean und vor allem Cora durch die Hölle und die Beschreibung ist harte Kost und schonungslos und heftig beschrieben. Ich habe viele gemischte Gefühle während des Lesens gehabt und war ehrlich entsetzt. Ich frage mich, ob es nötig ist, die beiden durch die Hölle zu schicken, ich fand es abartig und schlimm und war noch entsetzter, als mir wirklich verkauft werden sollte, dass in so einer absolut traumatischen Situation so etwas wie Lust empfunden werden kann, nachdem Cora mehrfach vergewaltigt wurde, dissoziiert, um dem Grauen zu entkommen, nicht zu zerbrechen.
Daran ist überhaupt nichts spicy oder romantisch, auch nicht, dass Dean, den Cora für einen Arsch hält und für geradezu nervig gutaussehend, sich natürlich als durchaus warmherzig und fürsorglich entpuppt, auch schon in früheren Situationen, die in Rückblenden erzählt werden.
Er singt Cora ihr Lieblingslied vor, redet mit ihr, ist nicht nur zwangsläufig für sie da, da beide angekettet in einem Keller gefangen gehalten werden, er ist für sie da.
Wir machen einen kleinen Sprung und weiter geht es mit Dean.
Ich hätte mir gewünscht erstmal bei Cora zu bleiben. Bei ihren Gedanken, wie sie den absoluten Kontrollverlust und Schrecken verarbeitet.
Ich fand es fast unrealistisch, zu was sie alles in der Lage war ohne zusammenzubrechen– was absolut verständlich wäre.
Ihre Schwester kam mir unerträglich oberflächlich und empathielos vor. Auch wenn Cora nicht im einzelnen über das Erlebte gesprochen hat, ist es so dreist und wirklich respektlos so zu tun, als wären drei Wochen Gefangenschaft nichts weltbewegendes, sie muss doch zumindest ahnen, dass sie nicht bloß nur gefangengehalten wurden?
Dass Cora es schafft überhaupt rauszugehen, sich hübsch anzuziehen, dass ihre Schwester sie ernsthaft verkuppeln will und Cora die Nähe zu dem Mann überhaupt aushält, den sie zwar oberflächlich kennt aber dennoch, dass erscheint mir echt unglaublich.
Möglich, dass Cora verzweifelt eine Art Normalität aufrecht erhalten will aber so einfach funktioniert das nicht.
Sie und Dean sind durch das Erlebte traumatisiert und aneinandergebunden, sie haben sich gegenseitig durch etwas so einschneidendes getragen, befanden sich in Lebensgefahr und das war ihnen auch bewusst. Es ist verständlich, dass sie sich gegenseitig brauchen und es wird nach und nach klar, dass Dean schon weit vorher, nämlich als er Cora das erste Mal sah, eine Schwäche für sie hatte. Wobei das noch zu schwach ausgedrückt ist.
Dean: “But there’s no story like ours, Mom. People don’t write about what we went through."
Noch ein schönes, bewegendes Zitat von Cora:
"I dream about the ocean again. The water is lapping at my toes, pulling me in like a magnet. Beckoning me with its depth and mystery. Tempting me with its lifeforce. I jump in. And I swim away."
Vorweg mal: Ganz im Ernst, wer irgendwas an der Situation im Keller, irgendwas was zwischen den beiden dort geschieht als 'spicy' empfindet, sollte dringend zum Arzt.
Es ist schrecklich und ja, berührend, irgendwo auf einer sehr sonderbaren Skala, ihr werdet verstehen was ich meine wenn ihr es lest.
Gerade im Hinblick auf den Titel des Buches, seiner Bedeutung hat es etwas schönes und kraftvolles..
Es ist nicht das Problem, dass sie sich überhaupt zueinander hingezogen fühlen, ich verstehe das und fühle das auch. Ich war für die beiden, total.
Es ist nur..ihr werdet sehen.
Nur soviel erstmal dazu.
Ich versuche, nicht fett zu spoilern aber Dinge müssen einfach auch raus, ich habe versucht es so gut wie möglich zu umschiffen.
Wenn ihr also ganz frisch und unwissend in das Buch eintauchen möchtet, dann lest ihr am besten jetzt nicht weiter.
Wenn ihr also ganz frisch und unwissend in das Buch eintauchen möchtet, dann lest ihr am besten jetzt nicht weiter.
Aber von Anfang an.
Cora befindet sich auf der Geburtstagsfeier ihrer Schwester in einer abgelegenen Bar.
Sie schlägt eine Mitfahrgelegenheit aus und ist irgendwann aufgeschmissen, als sie feststellt, dass ihre Handtasche verschwunden ist.
Sie ruft Dean, den Verlobten ihrer Schwester an, mit dem sie ein merkwürdiges Verhältnis pflegt.
Die beiden spielen sich seit sie sich kennen Streiche, sie scheinen eine leidenschaftliche Abneigung füreinander zu hegen. Einem ist als Leser durchaus klar, dass da mehr dahinterstecken muss oder könnte, dass da nicht nur bloße Abneigung ist. Es liest sich teilweise als wären sie noch Teenager, sind aber knapp 30 Jahre alt.
Die Streiche, die im Laufe der Geschichte im Rückblick erzählt werden, sind durchaus witzig und man bekommt einen Einblick in die Geschichte von Corabelle ('nenn mich nicht so'), ihrer Schwester Mandy und ihrem Verlobten, Dean Asher.
Doch zunächst gehen Dean und vor allem Cora durch die Hölle und die Beschreibung ist harte Kost und schonungslos und heftig beschrieben. Ich habe viele gemischte Gefühle während des Lesens gehabt und war ehrlich entsetzt. Ich frage mich, ob es nötig ist, die beiden durch die Hölle zu schicken, ich fand es abartig und schlimm und war noch entsetzter, als mir wirklich verkauft werden sollte, dass in so einer absolut traumatischen Situation so etwas wie Lust empfunden werden kann, nachdem Cora mehrfach vergewaltigt wurde, dissoziiert, um dem Grauen zu entkommen, nicht zu zerbrechen.
Daran ist überhaupt nichts spicy oder romantisch, auch nicht, dass Dean, den Cora für einen Arsch hält und für geradezu nervig gutaussehend, sich natürlich als durchaus warmherzig und fürsorglich entpuppt, auch schon in früheren Situationen, die in Rückblenden erzählt werden.
Er singt Cora ihr Lieblingslied vor, redet mit ihr, ist nicht nur zwangsläufig für sie da, da beide angekettet in einem Keller gefangen gehalten werden, er ist für sie da.
Wir machen einen kleinen Sprung und weiter geht es mit Dean.
Ich hätte mir gewünscht erstmal bei Cora zu bleiben. Bei ihren Gedanken, wie sie den absoluten Kontrollverlust und Schrecken verarbeitet.
Ich fand es fast unrealistisch, zu was sie alles in der Lage war ohne zusammenzubrechen– was absolut verständlich wäre.
Ihre Schwester kam mir unerträglich oberflächlich und empathielos vor. Auch wenn Cora nicht im einzelnen über das Erlebte gesprochen hat, ist es so dreist und wirklich respektlos so zu tun, als wären drei Wochen Gefangenschaft nichts weltbewegendes, sie muss doch zumindest ahnen, dass sie nicht bloß nur gefangengehalten wurden?
Dass Cora es schafft überhaupt rauszugehen, sich hübsch anzuziehen, dass ihre Schwester sie ernsthaft verkuppeln will und Cora die Nähe zu dem Mann überhaupt aushält, den sie zwar oberflächlich kennt aber dennoch, dass erscheint mir echt unglaublich.
Möglich, dass Cora verzweifelt eine Art Normalität aufrecht erhalten will aber so einfach funktioniert das nicht.
Sie und Dean sind durch das Erlebte traumatisiert und aneinandergebunden, sie haben sich gegenseitig durch etwas so einschneidendes getragen, befanden sich in Lebensgefahr und das war ihnen auch bewusst. Es ist verständlich, dass sie sich gegenseitig brauchen und es wird nach und nach klar, dass Dean schon weit vorher, nämlich als er Cora das erste Mal sah, eine Schwäche für sie hatte. Wobei das noch zu schwach ausgedrückt ist.
Er war absolut hingerissen von diesem Engel, wie er sie beschrieb, ihrem süßen Lächeln und wusste, irgendwann heiratet er dieses wunderschöne Mädchen.
Zusammengekommen ist er aber mit ihrer Schwester Mandy, die er im Begriff war zu heiraten. Jetzt kann Dean ihre Nähe nicht ertragen, findet Trost in Coras Nähe und ist verwirrt. Er überdenkt die Beziehung zu Mandy und stellt fest, dass sie nie wirklich tief ging.
Sie war angenehm, einfach und bequem. Aber ihm fällt auf, dass etwas entscheidendes fehlte. Eben der Funken, Spaß. An dieser Stelle tat Mandy mir leid, sie versucht die Normalität wiederherzustellen, übersieht hier aber wieder, wie auch bei Cora, dass ihr Verlobter traumatisiert ist und nicht einfach so weitermachen kann, als wäre dass bloß ein Abenteuerausflug gewesen. Sie bringt wieder hervor, es waren nur 3 Wochen, in denen sie auch gelitten und gehofft und gebangt hat, Suchplakate aufhing und an Suchaktionen teilnahm. Aber was Dean und Cora erlebten und worüber sie verständlicherweise noch nichtmal mit ihren Therapeuten reden können, ist so jenseits der Vorstellungskraft oder vielleicht will Mandy auch gar nicht wirklich hören, durch welche Hölle beide gingen, dass sie immernoch denkt, es waren bloß 3 Wochen von irgendwas.
Aber es war tief einschneidend und tatsächlich lebensverändernd, was Dean immer mehr klar wird.
"It was only three weeks, but it’s burned into every cell, every vein, every tainted pocket of my soul. Forever. And so is she."
Dean: “But there’s no story like ours, Mom. People don’t write about what we went through."
...
“Every love story is worth writing, no matter how messy it might be”, antwortet seine Mutter.
Und, ich weiß nicht. Ich weiß wie abgefuckt Menschen sein können, dass es Dinge gibt, die jenseits der Vorstellungskraft eines Menschen liegt, zu denen Menschen fähig sind, was mich immer wieder aufs Neue anwidert– nicht überrascht– aber anwidert.
Ob ich das unbedingt lesen muss– weiß nicht, nein. Es hätte sicher andere Szenarien gegeben, die für Cora nicht so unfassbar grausam gewesen wären. Auf diesem Szenario eine Lovestory aufzubauen ist – milde ausgedrückt –wild. Und dass Dean, immerhin 15 Jahre mit Mandy zusammen und treu und kurz davor sie zu heiraten, jetzt checkt und zugeben kann, dass sich die Beziehung immer hohl und flach anfühlte und er etwas entscheidendes vermisste– dazu brauchte es nur eine Entführung und akute Lebensgefahr und schreckliche, traumatische Ereignisse– autschi.
Auch wenn ich die Annäherung zwischen ihm und Cora verstehen kann und es ihnen sogar wünsche, so kritisch ist es auch, zumindest in diesem Stadium.
Ich verstehe Cora's Zerrissenheit und warum sie vor und zurückgeht.
Und nachdem man den ganzen sauren Drops gerade halbwegs verdaut hat, droppt Cora ihr letztes noch ausstehendes Geständnis an Dean– und was zum Teufel!
Eww, schwierig, schwierig, schwierig.
Letzten Endes, nach nochmal Drama und Schmerz, tun beide das richtige um zu heilen.
Und ob die beiden schließlich zueinander finden und ihr Happy End bekommen, müsst ihr selbst herausfinden.
Und nachdem man den ganzen sauren Drops gerade halbwegs verdaut hat, droppt Cora ihr letztes noch ausstehendes Geständnis an Dean– und was zum Teufel!
Eww, schwierig, schwierig, schwierig.
Letzten Endes, nach nochmal Drama und Schmerz, tun beide das richtige um zu heilen.
Und ob die beiden schließlich zueinander finden und ihr Happy End bekommen, müsst ihr selbst herausfinden.
Aber ich kann soviel sagen: ich habe tatsächlich eine kleine Träne vergossen. Vielleicht zwei.
Noch ein schönes, bewegendes Zitat von Cora:
"I dream about the ocean again. The water is lapping at my toes, pulling me in like a magnet. Beckoning me with its depth and mystery. Tempting me with its lifeforce. I jump in. And I swim away."
Zusammenfassend lässt sich das Buch wohl am besten so beschreiben: ach du Scheiße!
Aber ob man will oder nicht, sich einem der Magen umdreht und man ungläubig und fassungslos auf die Zeilen starrt: letzten Endes ist man auf Coras und Deans Seite, wünscht ihnen, dass sie zueinander finden. Frei, ohne Ketten.
Und dass Cora ihren Trip ans Meer, welches sie liebt und fürchtet, mit Dean an ihrer Seite bestreitet.
Eine detaillierte Bewertung mit meiner Skala fällt mir gerade schwer.
Still Beating soll wohl auch verfilmt werden, genaueres dazu steht aber noch aus.
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