Lieblingsbücher für den Sommer

Blogger präsentieren dir ihre Lieblingsbücher für den Sommer. Eine Mitmachaktion von Tanja (Der Duft von Büchern und Kaffee) und Leni (Meine Welt voller Welten)


Ich habe zwei Bücher ausgewählt: 

1. Buch
Das Geschenk eines Regentages
~Makoto Shinkai/Naruki Nagakawa 
2025, Fischer Taschenbuch Verlag

Das tolle, farbenfrohe Cover und der Titel haben mich sofort angezogen.
Auch wenn das Buch nicht ausschließlich unbeschwerten Spaß verspricht, finde ich es dennoch ansprechend und  leicht und fast schon dahinfließend erzählt, daher habe ich es als mein erstes 'mein Buch für den Sommer' ausgewählt


'Selbst in unseren einsamsten Momenten sind wir mit den Wundern der Welt verbunden.

Am Anfang ist der Regen. Und ein namenloser Erzähler. Allein und durchnässt liegt er am Rand des Gehwegs. Schon bald offenbart sich unser Held als ein Kater, ausgesetzt in einem Schuhkarton. Er ist dabei die Welt zu verlassen, als ihn eine schicksalshafte Begegnung zurück ins Leben reißt. Dies ist der Beginn eines Romans, der eine ganze Nachbarschaft mit seinen tierischen und menschlichen Bewohnern umfasst.'

Die Geschichte um den Kater Chobi, der eines verregneten Frühlingstages von der jungen, introvertierten Miyu aufgelesen wird, wird sanft erzählt, mit einem melancholischen Unterton und mit abwechselnden Perspektiven– auch der von Chobi.
Es ist, als würde man durch die Seiten schweben, so schön ist es erzählt.
Das Buch beleuchtet das Leben von 4 Frauen und spricht verschiedene Themen an, wie unter anderem Einsamkeit, Mut, Verletzlichkeit, persönliche/emotionale Wandlung, neues Verständnis/Nähe durch Perspektivwechsel und die heilende Kraft von Tieren– hier eben in Form des Katers Chobi.

Miyu: 'Worte verändern die Welt, stellte ich fest und verspürte auch ein bisschen Angst.'

Chobi: 'Langsam schwebte mein leeres Ich zum grauen Himmel empor. Mit geschlossenen Augen wartete ich auf den entscheidenden Augenblick, in dem ich für immer und ewig von der Welt abgeschnitten sein würde.'

Chobi: 'Während ich meine Milch schleckte, hockte sie neben mir und hielt eine große weiße Tasse mit warmer Milch in ihren Händen. Seite an Seite tranken wir beide das Gleiche. Ihre Bewegungen waren ruhig und anmutig, und immer, wenn ich neben ihr saß, kehrte Frieden in mir ein.'


2. Buch
Ich bleib so scheiße wie ich bin– Lockerlassen und mehr vom Leben haben~Rebecca Niazi-Shahabi
Humor/Ratgeber
2013, Piper Verlag


»Finde Deine wahre Schwäche und kapituliere vor ihr. Darin liegt der Weg zum Genie.«
Moshé Feldenkrais

Der Titel des Buches und das vorangestellte Zitat lässt einen erstmal kritisch und verwundert eine oder zwei Augenbrauen heben. Äh, wie bitte?
Ist das in unserer von Selbstoptimierung durchfluteten Gesellschaft nicht fast schon anarchisch?
Wo jeder vermeintliche Makel, jeder Fehler durch Selbstreflexion und verschiedene Techniken versucht wird zu beheben? Es gibt allein auf Instagram viele selbsternannte Gurus, die ein ganzes Geschäftsmodell um dieses Thema aufgebaut haben.
Ja, es gibt manche, die sich augenscheinlich als authentisch präsentieren, unfertig, in alltäglichen Situationen, verheult, tollpatschig und verpeilt.
Doch selbst diese Authentizität wirkt choreographiert und optimiert. 
Das Buch ist bereits 13 Jahre alt und seitdem hat sich schon einiges geändert; Body-Positivity, Work-Life-Balance, offener Umgang mit eigenen Defiziten, kritische Betrachtung von Social-Media und der Identifizierung des schädlichen 'die-habens-besser-als-ich'-Gedanken, die Erkenntnis, dass das Gras auf der anderen Seite eben nicht grundsätzlich grüner ist als auf deiner. Und selbst wenn, wen kümmert es? Schau doch stattdessen mal in den Himmel.
JOMO statt FOMO.
Vielleicht sind all diese Ansätze hier enthalten, vielleicht geht es noch in eine andere Richtung.

Zu sagen, ich erkenne und nehme meine Fehler an, ist erstmal ein erfrischend anderer, vielleicht nicht neuer, aber anderer Gedanke. Der Zusatz 'Lockerlassen und mehr vom Leben haben' zeigt, dass eine Selbstoptimierung nicht grundsätzlich schlecht ist, eher, dass man es nicht all zu verbissen sehen soll, sich selbst Lockerheit und Loslassen zugestehen sollte um das eigene Leben nicht zu verpassen, während man nach immer mehr Optimierung, Maximierung und persönlicher Entwicklung bis zum get-no strebt.

"Unser Leben ist das einzige, das uns zur Verfügung steht, da scheint es ganz natürlich, dass wir alles daran setzen, möglichst viel daraus zu machen. Aber aus der Freiheit, sein Leben zu gestalten, ist längst ein Zwang geworden. Für jede Chance, die man nicht ergreift, muss man sich rechtfertigen. Viele Menschen tragen lebenslänglich eine Last in Form Hunderter unerledigter Selbstverbesserungsprojekte mit sich herum und glauben, erst glücklich sein zu dürfen, wenn sie dünn, reich, ausgeglichen und klug sind. Und mit jedem Tag, an dem sie nicht ihr Bestes geben, haben sie das Gefühl, gegenüber dem, was sie theoretisch erreichen könnten, ins Hintertreffen zu geraten."

Das Thema wird hier auf humorvolle Art verarbeitet und ich bin gespannt. 
Dieses Buch hat zwar keinen spezifischen Bezug zum Sommer, doch es hilft eventuell sich vielleicht mal anzunehmen,wie man gerade ist, und es verspricht eine Art von Leichtigkeit, die gut in den Sommer passt.

Ich freue mich darauf beide Bücher bald weiterzulesen, vielleicht mit den Füßen im Sand, liegend im Gras oder einfach zusammengerollt auf der Couch, neben mir eine Packung Eis und draußen noch immer hell weil die Sonne um diese Jahreszeit träge ist und nur ganz gemächlich untergeht.

Wäre eines der Bücher auch was für euch? Lest ihr oft nach Jahreszeiten?

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